GK Galerie König HANAU
 
  D I A L O G E  4     Wahre Werte
  Ausstellung Sonntag 21.05.  - Samstag 09.09.2017
  C L A U S  B U R Y         H I D E  N A S U
 
  CLAUS BURY entwirft und baut seit 1979 große architektonische Skulpturen, meist im landschaftlichen und urbanen Raum, die er nach den Gesetzen der minimalistischen Reihung oder grundsätzlich als strukturales System konzipiert. Er arbeitet dabei unter anderem nach der Fibonacci-Folge oder dem Goldenen Schnitt, integriert jedoch spielerisch Verschiebungen von Horizontale und Vertikale, setzt Scheintüren und baut blind endende Treppenaufsteige. Der Betrachter fühlt sich als Besucher einer imaginären Welt, in der die alltägliche Orientierung nicht mehr funktioniert. CLAUS BURYs Skulpturen sind äußerst genau auf die besondere Situation der Umgebung bezogen und laden mit ihrer architektonischen „Sprache zum Umschreiten, Betreten, Hinaufsteigen und Verweilen ein“
Die Formensprache von CLAUS BURY knüpft an traditionelle Urformen an
  Seine meist aus mehreren quadratischen oder rechteckigen Bildfeldern bestehenden Bilder oder Werkgruppen thematisieren einerseits die wahrnehmungs-ästhetischen Koordinaten des Innen- und Außenraumes, werden gleichsam zu dessen zweidimensionalen Spiegelbildern,andererseits lassen sie uns aufgrund ihrer innerbildlichen sensiblen Texturen die Vorstellung eines abstrakten geistigen Raumes erfahren. Monochrome oder total changierende Farbräume, die der Künstler unter Einbeziehung von feinstem Japanpapier und mit Hilfe der Technik der Enkaustik erarbeitet, stehen Bildfelder gegenüber, die ihre Ausdruckskraft aus der Präzision konkreter geometrischer Formen und Farbflächen entfalten. Hell wird mit Dunkel, Fläche mit Raum, Konkretes mit Fließendem, Raum mit Zeit, Natur mit Kultur, Denken mit Fühlen in eine kompositorische Einheit übertragen. Seine Bilder sind raum-zeitliche Konstellationen, die die Polaritäten des Lebens und schöpferischen Handelns umschreiben. „Welt“ spiegelt sich auch in NASUS quadratischen „Spiegelteichen“, mit Wasser gefüllten flachen schwarzen Wannen, die der Künstler in seinen Ausstellungen auf dem Boden meist so platziert, dass sich auf ihrer Oberfläche die gegenwärtige Umgebung reflektiert. Die Spiegelteiche eröffnen damit einen spannungsvollen Dialog zu den korrespondierenden Bildern, dem architektonischen Kontext und dem Betrachter.
Dr. Rolf Lauter